Krankheitskosten absetzen: So berechnen Sie die Belastungsgrenze 2026
Medizinische Behandlungen und Hilfsmittel mindern die Steuerlast, sofern sie die zumutbare Belastung übersteigen. Wir zeigen die aktuellen Grenzwerte für 2026.

Krankheitskosten zählen steuerrechtlich zu den außergewöhnlichen Belastungen gemäß § 33 Einkommensteuergesetz (EStG). Privatpersonen können Ausgaben für die Wiederherstellung der Gesundheit oder die Linderung von Krankheitsfolgen geltend machen, sofern diese medizinisch notwendig sind. Dazu gehören neben Zuzahlungen für Medikamente und Arztkosten auch Aufwendungen für Zahnersatz, Brillen, Hörgeräte sowie Fahrtkosten zu medizinischen Einrichtungen. Wichtig ist, dass im Jahr 2026 weiterhin das Zufluss-Abfluss-Prinzip gilt: Nur Kosten, die tatsächlich im Kalenderjahr bezahlt wurden, können in der entsprechenden Steuererklärung berücksichtigt werden.
Die steuerliche Auswirkung beginnt jedoch erst oberhalb der sogenannten zumutbaren Belastung. Diese Grenze ist individuell und hängt vom Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. Die Staffelung ist in drei Stufen unterteilt (bis 15.340 Euro, bis 51.130 Euro und über 51.130 Euro) und variiert zwischen 1 % und 7 % der Einkünfte. Ein verheirateter Steuerpflichtiger mit zwei Kindern und einem Gesamteinkommen von 60.000 Euro muss beispielsweise eine Belastungsgrenze von rund 1.900 Euro überschreiten, bevor der erste Euro die Steuerlast mindert. Bei Alleinstehenden ohne Kinder liegt diese Hürde bei gleichem Einkommen deutlich höher, etwa bei 3.600 Euro.
Um das Maximum aus der Steuererklärung 2026 herauszuholen, sollten Ausgaben strategisch gebündelt werden. Da die zumutbare Belastung jedes Jahr neu berechnet wird, ist es oft sinnvoll, planbare medizinische Eingriffe oder die Anschaffung teurer Hilfsmittel in ein einziges Kalenderjahr zu legen. Werden beispielsweise eine aufwendige Zahnimplantation und eine neue Gleitsichtbrille im selben Jahr bezahlt, steigt die Wahrscheinlichkeit massiv, die Hürde der zumutbaren Belastung zu überspringen. Beträge, die unterhalb der Grenze bleiben, wirken sich steuerlich überhaupt nicht aus, während jeder Euro darüber das zu versteuernde Einkommen direkt reduziert.
Besondere formale Anforderungen gelten für wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden oder Kuren. Hier verlangt das Finanzamt in der Regel ein amtsärztliches Gutachten oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, die zwingend vor Beginn der Behandlung ausgestellt sein muss. Auch Fahrtkosten sollten lückenlos dokumentiert werden; 2026 können hierfür entweder die tatsächlichen Kosten oder die pauschalen Kilometersätze angesetzt werden. Bewahren Sie alle Belege und Rezepte systematisch auf, auch wenn die Krankenkasse einen Teil der Kosten erstattet hat – entscheidend für das Finanzamt ist stets der Eigenanteil nach Abzug der Versicherungsleistungen.
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